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NMD-Rückblick

VhAGDSW – Neues vom Betriebshof Nette

05.10.2021 | ArbTW980

Da der Sommer sich final verabschiedet hat und erste Stürme die sich bunt färbenden Blätter allerorten über´s Land verwirbeln, ist es Zeit, bei einer Tasse Tee einmal innezuhalten und die letzten 2 Monate seit dem Netter Klassik-Treff Revue passieren zu lassen, in denen doch so einiges geschah am Betriebswerk Mooskamp. Einerseits wurde weiter an der Streckenverlängerung in Richtung Süden geschraubt und geschottert, so dass mit einiger Hoffnung die Strecke zur kommenden Saison wieder um ca. 1,2 km wachsen wird. Ganz im Süden reicht die Museumsstrecke dann bis auf ca. 130 Meter Luftlinie an die Rheinische Straße heran und hat damit perspektivisch das Potential einer Verknüpfung mit den Stadtbahnlinien U43 und U44. Außerdem wurde das „Emscherschlösschen“, das als ehemalige Walzenwechselanlage des einst großen Stahlwerks Union eines der drei als denkmalwürdig eingestuften Bestandsgebäude ist, mit einer neuen Verbindungskurve wieder an die Werkbahngleise angeschlossen. Das Gebäude könnte laut Machbarkeitsstudie als Mehrzweck- oder Markthalle reussieren, in die z.B. auch ein Tramcafé auf eigener Achse einziehen könnte…

Fahrzeugtechnisch wurden die EBO-Hauptuntersuchungen an der Dortmunder O&K Diesellokomotive 25848 (Bj. 1958) und an der Motordraisone KLV12-4653 (Sollinger Hütte, Bj. 1957) abgeschlossen, die sich – auch Corona-bedingt – nun fast 10 Monate hingezogen haben. Die Diesellok mit dem Spitznamen „Emma“ wurde als „Arbeitswagen 901“ in das Nummernschema der VhAG DSW e.V. eingereiht, im O&K-Auslieferungslack „rubinrot“ lackiert und hat vor wenigen Tagen ihre Abnahmefahrten erfolgreich absolviert. Einzig die Puffer können noch etwas frisches Schwarz vertragen…

Schnucki“, wie die kleine Motordraisine liebevoll genannt wird, war das allererste Fahrzeug, mit dem der junge Verein 1979 Fahrten auf der Almetalbahn zwischen Brilon-Nehden und Büren Weinberg unternahm. Nach Rückkehr aus Ringelstein in die Straßenbahnhalle von Walter Knupe an der Dortmunder Eisenstraße geriet das Fahrzeug zunächst in Vergessenheit, wurde dann aber in den frühen Nullerjahren nach Nette überführt und dort zunächst als Vereinsprojekt mit Jugendlichen erstmals aufgebaut. Da nun über viele Jahre der Zahn der Zeit kräftig genagt hatte, wurde auch hier professionell geschweißt, gespachtelt, geschliffen und dann in „purpurrot“ und „aluminium-silber“ lackiert, der gesamte Innenraum wurde isoliert und mit einer handgefertigten Holz-Innenverkleidung wohnzimmerartig ausgekleidet. Das Highlight dieser HU stellt aber die besonders aufwändige Wiederherstellung der Tür-Kurbelfenster links und rechts dar, so dass das Fahrzeg nun auch wieder über Frischluft-Zufuhr auch bei geschlossenen Türen verfügt…

Und sonst? – Ach ja, an Straßenbahnen wurde auch gewerkelt: Unser Sambawagen T4-ZR Nr. 304 (Duewag, Bj. 1954, ex DSW Arb-T4-2R Nr. 904, Umbau ab 1980 aus ex DSW T4-ER Nr. 304 erhielt vor einigen Tagen sämtliche Beschriftungen und sieht jetzt tatsächlich wie ein echter Straßenbahnwagen aus. In der Werkstatt werden nun noch die Klappenschlösser vorn aufgearbeitet und montiert, sowie die Schloßblenden aus Alumiumblech wieder davorgesetzt. Auch die Regenrinne erhält noch eine Abdichtung zum Wagendach. danach geht es (im Winter) an den Austausch maroder 600-Volt-Kabel, die Aufarbeitung der Dachwiderstände und den Wiedereinbau überholter Fahrschalter-Technik…

Schließlich ging es noch unserem „Leichenwagen“ von der Kampstraße an den Kragen. Während sich bereits in der Standzeit bei uns seit Ende 2018 an den beiden Köpfen der Rost unter dem DSW-Spachtel bemerkbar machte und diesen zum Teil großflächig absprengte, vergrößerte sich der Handlungsbedarf und am Tag des offenen Denkmals war es dann soweit: Die Spätsommersonne meinte es gut an jenem 12. September und heizte den schwarzen GT8 Nr. 13 (Duewag, IV. Serie, Bj 1974, ex DSW Nr. 13) ordentlich auf. An einer unauffälligen Stelle ließ sich die schwarze Folie butterweich abziehen, so dass noch am selben Abend der gesamte Wagenteil B „nackig“ war. Zwei Tage später war die gesamte schwarze Häßlichketi Geschichte – jedoch: Darunter schockte uns die Erkenntnis, dass die Folierung auch wegen der herben Graffitischäden, die das Fahrzeug in ungeschützten Nächten während seiner langen Standzeit vor der Mayerschen Buchhandlung im Herzen Dortmunds erlitten hatte, mit allerlei schwarzem Spraydosenlack für die Kanten und Ecken als „Mäntelchen des Schweigens“ darübergezogen worden war… – Also, frisch an´s Werk und ran an den Originallack. Zuerst wurde nun der besagte Wagenteil B (in Nette ist dies wie bei allen Wagen der südliche Teil) entrostet, gespachtelt, geschliffen und lackiert, so das er sich vorgestern abend den erschöpften Vereins-Farbrollenschwingern bei Feierabendpilsken und Handy-Bild so präsentierte.

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